Bei Heise ist ein Artikel Bob Lutz: Autonomes Fahren zerstört die Autobranche erschienen, indem Bob Lutz die These wagt, dass in 20 Jahren die Automobilwelt ganz anders aussieht. Der Besitz von Autos soll massiv zurückgehen und Autos mehr im Sinne eines individuellen, privatisierten ÖPNV ihren Fahrgast daheim abholen und am Ziel ansetzen. Dies wäre ein massiver Umbruch für Fahrzeughersteller und -verkäufer, bis dahin dass etablierte Hersteller von neuen aus der IT-Industrie (Apple/Google) abgelöst werden.

Grund für die neuen Hersteller sollen das autonome Fahren sein, denn von Menschen gelenkte Autos sollen der Vision nach in Zukunft verboten sein. Da aber der bisherigen Automobilindustrie nicht vertraut wird, dass sie diese autonomen Fahrzeuge bauen können, werden hier andere bekannte Größen auftreten, denen man mehr zutraut, einen Computer und die Technik zu beherrschen.

Die Vision dass der Autobesitz verschwindet und stattdessen eine andere Art des öffentlichen/privatisierten Personen(nah)verkehrs eintritt, ist nicht schlecht; wir hätten dann den Raum der Parkplätze in Wohngebieten in unseren Städten für anderes zur Verfügung, Fahrwege könnten ganz neu gestaltet werden. Dies werden viele, interessante Herausforderungen für Städteplaner und vielleicht hilft ein solcher Personenverkehr auch den ländlichen Regionen, wie an Attraktivität zu gewinnen, weil man wieder Anschluss hat.

Aber ich bin skeptisch, denn Besitz ist in Deutschland etwas spezielles und mit vielen Emotionen aufgeladen, so dass sich das nicht so leicht auflösen lässt. Die Idee des autonomen Fahrens aus der IT-Industrie klingt auch charmant, aber wird sich nicht so leicht umsetzen lassen, wobei die hier beschriebene Form eine abgemilderte ist, denn Interaktionen mit menschlichen Verkehrsteilnehmern werden verringert oder gar ausgeschlossen.

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