Im Artikel Finanzmarkt: Wehe, wenn das Geld regiert beschreibt Uwe Jean Heuser sehr schön, dass sich in der Finanzbranche ein falsches Verständnis vom Finanzmarkt ausgebreitet hat, welches zu gesellschaftsschädlichem Handeln führt: »Sie lassen langfristige Wachstumschancen außer Acht, um Quartalsgewinne zu steigern.« Auch die Politik läuft mittlerweile auf diesem falschen Weg: »Die Geldpolitik verlockt die Menschen, zu spekulieren, statt in Innovation zu investieren.«

Börsen und Banken hatten einmal die Bedeutung, der Austauschplatz von Geld zu sein. Die Vorstellung der Börse als einen Ort, an dem ein Kapitalgeber Anteile einer Firma kauft, weil er die Idee der Firma für gut befindet und sie unterstützen will und im Gegenzug von der Firma für diese Unterstützung und das Vertrauen eine Dividende erhält, ist zu einem romantischen Traum verkommen. Der Handel um die Anteile an Firmen ist rein vom Geld getrieben, bei dem der Kapitalgeber sein Geld an die Firma gibt, von der er sich den meisten Kapitalrückfluss verspricht – die Seele der Firma ist bedeutungslos.

Ebenso sind Banken nicht mehr die Drehscheibe des Geldes, die indirekt Geldgeber (Sparer) und Unternehmer (Kreditnehmer) verbindet, sondern Banken kreieren eigene Produkte, schaffen Verkaufsstrategien dafür und arbeiten nach dem Prinzip der Profitmaximierung für die Eigentümer der Bank. Das Wesen und der Sinn einer Bank ist verloren gegangen und stattdessen einen Maschine der Marktwirtschaft entstanden.

»Politik und Gesellschaft müssen das Finanzdenken vielmehr auf seinen Platz verweisen und dafür sorgen, dass die Geldwirtschaft der Ökonomie und der Gesellschaft dient und nicht umgekehrt.«

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