Zusammenfassung: Die Begriffe Arbeit und Einkommen sind eng miteinander verknüpft, dient doch gerade die heutige Form der Arbeit dem Erwerb des Einkommens zur Sicherung der eigenen Existenz. In einer Welt, in der Menschen immer weniger am Wertschöpfungsprozess beteiligt sind, stellt sich aber die Frage, ob Einkommen und Arbeit auf diese enge Weise gekoppelt bleiben können oder ob sich die Bedeutung von Arbeit wandeln muss.

Die Gesellschaft sollte sich für die Zukunft daran orientieren, dass jedem Bürger ein Grundeinkommen zusteht, so dass Arbeit die Funktion der Existenzsicherung verliert – für ökonomische Bedürfnisse über die Grundbedürfnisse hinaus bleibt Arbeit weiterhin bestehen. Daneben müssen aber der soziale und der kulturelle Charakter der Arbeit eine stärkere Bedeutung erhalten und allen Bürgern muss der Zugang zu dieser Form des Einkommens ermöglicht werden.

Arbeit wird bei dieser Betrachtungsweise nicht mehr von der Funktion des Gelderwerbs geprägt sein, sondern als eine Form der gesellschaftlichen Teilhabe gesehen. Ein Grundeinkommen sollte daher immer an Arbeit gekoppelt sein, denn dies befördert den Zugang zu sozialem und kulturellen Kapital – »Geld allein macht nicht glücklich«.

Die gegenwärtige Bedeutung von Arbeit ist sehr stark an der kapitalistischen Produktionsweise orientiert und bewertet die Arbeit nach der vollbrachten Leistung bei der Schöpfung des Mehrwerts. Genau diese Sichtweise hat in der Vergangenheit unsere westliche Gesellschaft angetrieben und befördert, die Leistungen zu vollbringen, von denen wir heute profitieren und auf die wir stolz zurückblicken können – doch da wo Licht ist, ist auch Schatten und genauso wie es die Fortschritte in der Lebensweise gegeben hat, so sind auch die Zerstörung der Natur und die Leiden der Menschen, die damit einher gingen, nicht zu leugnen.

Gehalt als Maß für die gesellschaftliche Bedeutung ODER

Der Wert eines Menschen und seine gesellschaftliche Bedeutung

Der menschliche Drang zu einem angenehmeren und unbeschwerlicherem Leben hat uns unsere Umwelt derart formen und gestalten lassen, dass wir durch immer weniger körperlichen Einsatz die notwendigen Leistungen des Alltags bewältigen können. Mit der Erfindung der Dampfmaschine sind körperliche Leistungen möglich geworden, die zuvor undenkbar waren oder nur von vielen Menschen gleichzeitig erbracht werden konnten. Mit der Informationstechnologie haben wir nun eine Schwelle überschritten, wodurch wir in der Lage sind, das Leben der Gesellschaft mit geringem körperlichen Einsatz zu ermöglichen. Die Arbeit hat sich also durch die eigenen Errungenschaften fast selbst abgeschafft. Im Moment retten wir uns noch damit, dass wir Waren produzieren und sie über Werbung mit einem vermeintlichen Wert aufladen, damit sich Unternehmen und Arbeiter anhand der bisherigen Interpretation von Arbeit wertvoll fühlen können. Aber der Anteil der Wirtschaft, der echte Bedürfnisse bedient, ist geschrumpft.

Deshalb stellt sich die Frage, welche inneren Bedürfnisse ein Mensch mit Arbeit befriedigen kann und welche Bedeutung Arbeit für ihn hat. Ein Aspekt von Arbeit, der bisher nicht im Vordergrund stand, ist die Rückkopplung des Menschen mit seiner Außenwelt: Bei der Arbeit versucht ein Mensch auch seine Bedeutung für sein Umfeld, die Gesellschaft und die Welt zu erfahren. Bisher wurde diese Bedeutung auf die sehr einfache Relation »geschaffener Mehrwert ⤳ Gehalt ⤳ gesellschaftlicher Bedeutung« herunter gebrochen. Jedoch hat der Wandel der Produktion und der produzierten Waren diese Beziehung ins Wanken gebracht.

TODO: Formel:
20.000€ * 0,2 ⤳ 4.000€ ⤳ hoch angesehene Stellung
1.200€ * 0,75 ⤳   800€ ⤳ gering angesehene Stellung

Wenn die Produktion immer stärker automatisiert von Maschinen verrichtet wird, entfällt auf den menschlichen Beitrag der Mehrwertschöpfung nur noch ein kleiner Anteil. Um dann die Beziehung zu Gehalt und empfundener gesellschaftlicher Bedeutung auszugleichen, müsste der Faktor eine sehr starke Wirkung bekommen. Die Folgen, wenn dies nicht passiert, sind zum Beispiel in einigen Teilen der IT-Industrie zu beobachten: mit minimalem Einsatz werden hohe Gehälter erzielt, weil dort der alte Faktor gilt. Deshalb ist auch der Unterschied zwischen null, eins und zwei so extrem: Das Verhältnis des Gehalts eines Arbeiters außerhalb der IT-Industrie zu einem in der IT-Industrie ist groß und ebenso liegen zum Teil große Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitern innerhalb der IT-Industrie.

Die vom Arbeiter eingebrachte Arbeitsstunde kann mit Hilfe der Hebelwirkung der Technik einen großen Mehrwert erzielen. Deshalb ist die erweiterte Beziehung »eingebrachte Leistung ⤳ geschaffenem Mehrwert ⤳ Gehalt ⤳ gesellschaftlicher Bedeutung der Person« fraglich geworden. Menschen mit hohem Einkommen sollten nicht zwangsläufig einen hohen Stellenwert genießen, weil das Gehalt nicht mehr zuverlässig die erbrachte Arbeit widerspiegelt.

TODO: jegliche Leistung verdient eine grundlegende Anerkennung, ein Grundeinkommen

Die Bedeutung von Arbeit

Dies führt auf die Frage nach der Bedeutung von Arbeit: Was ist das Ziel von Arbeit und warum arbeiten Menschen? Ein Teil ist die Sicherung der eigenen Existenz durch die Erwirtschaftung des Gehalts und damit indirekt die Schaffung von Waren zur Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse. Dieser Anteil hat aber durch die Technologisierung wie bereits erläutert stetig abgenommen, weshalb in die Bewertung von Arbeit stärker die nicht monetäre Seite einfließen muss.

Von Pierre Bourdieu gibt es die Analyse, dass ein Mensch von unterschiedlichen Kapitalarten im Leben abhängig ist: (1) das ökonomische Kapital, (2) das soziale Kapital und (3) das kulturelle Kapital. Die bisherige Interpretation von Arbeit hat sich vorrangig auf das ökonomische Kapital gestützt: Einem Menschen, der viel Besitzt oder ein hohes Gehalt erhält, wird eine höhere gesellschaftliche Bedeutung beigemessen.

Der Umfang der Kapitale korreliert zwar untereinander, weshalb man sich vereinfachend auf das ökonomische Kapital fokussieren konnte. Jedoch ist diese Vereinfachung zu grob geworden. Die anderen beiden Kapitale können nicht mehr nur indirekt, sondern müssen auch unmittelbar in den Blick genommen werden. Einfach gesprochen: Es genügt nicht einem Menschen Geld (ökonomisches Kapital) in die Hand zu drücken und dann wird es etwas im Leben, sondern der Mensch bedarf auch des Austauschs und Kontakts mit anderen Menschen (des sozialen Kapitals) und will Erfahrungen sammeln und Wissen erlangen (das kulturelle Kapital).

Mit dieser Sichtweise sollte Arbeit also nicht nur die Funktion des Gelderwerbs erfüllen, sondern auch die Teilhabe an der Gesellschaft und den Erwerb von Wissen ermöglichen. Die Gewichtung der Anteile von Arbeit muss dahingehend verschoben werden, dass die monetäre Bedeutung abnimmt.

Der ökonomische Anteil an der Bedeutung der Arbeit ist stark mit der Notwendigkeit der Erhaltung der Existenz des Individuums verbunden. Wenn man genau diese Notwendigkeit durch einen anderen Weg erfüllt, würde dies den ökonomischen Bedeutungsanteil der Arbeit reduzieren. Für die Zukunft ergibt sich also die Frage, wie die existenziellen Bedürfnisse eines Menschen mit einem Grundeinkommen befriedigt werden können, so dass Arbeit viel stärker mit dem sozialen und kulturellen Schwerpunkt bewertet wird – die ökonomische Bedeutung der Arbeit soll dabei nicht verschwinden, übergroße Wohnungen und luxuriöser Konsum müssen auch weiterhin durch entsprechende Arbeitsleistung erwirtschaftet werden.

Das Recht auf Arbeit

Wenn also die Gesellschaft ihre Mitglieder im Leben unterstützen will, wenn sie sie möglichst umfangreich und ausgewogen mit den drei Kapitalarten – ökonomisches, soziales und kulturelles – versorgen will, dann ist die Auszahlung eines Grundeinkommens nicht ausreichend, sondern muss mit dem Zugang zur Gesellschaft und zu Wissen verbunden werden. Da gerade der Aufbau von sozialen Kontakten einige Menschen schwer fällt (Vereinsamung), ist es sinnvoll, wenn die Gesellschaft genau an dieser Stelle unterstützend wirkt.

Da Arbeit einem Menschen den Zugang zu allen drei Kapitalarten bietet, sollte die Gesellschaft mit dem Grundeinkommen auch das Recht auf Arbeit gewähren und verknüpfen. Denn umgekehrt ist es ebenso im Interesse der Gesellschaft, dass ihre Mitglieder sich einbringen und an der Gesellschaft teilnehmen, dass sie soziales und kulturelles Kapital erwerben.

Ein Mensch lernt vieles erst durch eigenes Handeln, er muss es erleben und seine Erfahrung machen. Es kann noch so oft in einem Buch geschrieben stehen, dass andere Menschen – seien es Behinderte, Homosexuelle oder Ausländer – die gleichen Grundbedürfnisse haben und jeder seine Last zu tragen hat. Solange man dies nicht (mit-)erlebt, nicht direkt damit in Kontakt gekommen ist, bleibt dieses Wissen abstrakt und gefühllos. Erst das Zusammenkommen und Erleben führt dazu, dass man es fühlt, Empathie entwickelt und mit der Situation eine Verbindung eingeht – damit in Resonanz kommt.

Auch die Erfahrung, dass man mit einem Menschen in einer Abteilung arbeiten kann, obwohl man ihn aus anderen Gründen nicht mag, dass man daran nicht stirbt und dass es einen nicht zu Grunde richtet – diese Erfahrung muss man erst machen. Viele Menschen lehnen Dinge und Meinungen ab, weil sie sich selbst unsicher und dem Gegenüber nicht gewachsen fühlen. Ihnen fehlt die Toleranz, die Immunität, sich diesen Dingen stellen zu können und sie neben sich stehen lassen zu können.

Eine Gesellschaft braucht den Kontakt der Menschen untereinander, damit sie den gesellschaftlichen Pluralismus erfahren und sich im Respekt vor Andersheit üben können. Erst diese echten Begegnungen der Menschen lassen aus einer Ansammlung von Individuen eine Gesellschaft entstehen.

Bei der Arbeit kommen Menschen immer wieder in vielfältiger Weise zusammen, werden mit unbekannten Situationen konfrontiert und machen ihre Erfahrungen. Genau davon reichert sich das kulturelle Kapital, das Wissen, an. Sinn der Arbeit ist nicht, Weiterbildungen zu besuchen und Fakten auswendig zu lernen. Wissensaneignung beginnt schon auf einer weniger akademischen Stufe, wenn zum Beispiel ein Kollege erzählt, dass er bei einem anderen Telefonanbieter ein gutes Angebot gefunden hat.

Es gibt so viele kleine Informationen heutzutage, die man gar nicht in Büchern oder Apps sammeln kann, die aber im täglichen Leben einen Vorteil bringen. Arbeit ermöglicht gerade auch den Zugang zu diesem Wissen, weil es in diesem Rahmen leichter ist, Hilfe für die Nebenkostenabrechnung oder das Smartphone zu finden. Einsamen Menschen fehlt gerade der Zugang zu diesen Informationen und sie sind dadurch massiv gegenüber anderen benachteiligt.

Auch der Zugang zu Netzwerken – das berühmte Vitamin B – lässt sich erst aufbauen und erschließen, wenn man den Erstkontakt zu einem Netzwerk hat. Das Arbeitsumfeld als solches ist also der Einstieg und Menschen können darüber weitere Kontakte knüpfen, ihr soziales Netzwerk erweitern und damit eben die oben genannten Erfahrungen sammeln.

Die Gesellschaft selbst hat also ein Interesse daran, dass die Bürger sich einbringen und beteiligen. Deshalb ist ein Kernpunkt, dass die Gesellschaft jedem eine Arbeit bietet, der sie will. Diese Arbeit sollte sich nur auf die Schwerpunkte Vernetzung und Bildung begrenzen. Die Erzielung von Geld über die Grenze des Grundeinkommens hinaus, sollte im Bereich der Wirtschaft bleiben.

Das Grundeinkommen

Das Grundeinkommen soll in gleicher Weise allen Bürger angeboten werden, die sich zu den Grundwerten der Gesellschaft bekennen und regelmäßig an der Gesellschaft teilhaben. (unklar ist, wie man zum Beispiel Straftäter einordnet) Ein normaler Arbeiter hat ebenso darauf Anspruch, wie ein Selbständiger, ein Obdachloser, ein Millionär oder Rentner.

Konkret könnte dies bedeuten, dass ein Grundeinkommen zu zwölf Stunden Arbeit pro Woche verpflichtet. Jedes Unternehmen kann für einen Mitarbeiter, wenn es dieser wünscht, das Grundeinkommen über das Finanzamt beziehen. Dieser Weg ist bereits durch andere Steuerabrechnungen etabliert und man kann diese Infrastruktur besser modifizieren, als ein komplett neues System aufzubauen, bei dem der Staat direkt den Bürgern das Geld zahlt. Durch die Streuung über Unternehmen, verhindert man auch das Entstehen eines großen Registers der Konten aller Bürger und lässt Raum für Abweichungen, wenn zum Beispiel jemand sein Grundeinkommen bar ausgezahlt bekommen möchte. Entscheidend ist, dass der Bürger sein Grundeinkommen und gegebenenfalls zusätzlich noch eine weitere Vergütung bekommt.

Den Unternehmen könnte man damit auch eine Unterstützung bieten, dass sie das Geld am Monatsanfang erhalten, aber erst zur Zahlung am Monatsende verpflichtet sind. Somit könnten sie Investitionen in das Arbeitsverhältnis tätigen, die sie bis zum Monatsende durch andere Einnahmen ausgleichen können.

Als Unternehmen gelten ebenso Vereine und gemeinnützige Organisationen, die mit ihren Angestellten Verträge über zum Beispiel 24 Stunden pro Woche abschließen und die zusätzlichen 12 Stunden als ehrenamtliche Tätigkeit vereinbaren. Ebenso stellt die Arbeit eines Rentners im Gartenverein eine Teilnahme an der Gesellschaft im obigen Sinne dar. Jeder Grundeinkommensbezieher muss sich einer Organisation verpflichten, die ihn regelmäßig aus seinen vier Wänden raus in die Gesellschaft holt.

Potenzielle Auswirkungen der Lohnkostensenkung

Für viele Branchen stellen die Lohnkosten einen erheblichen Anteil der regelmäßig zu erwirtschaftenden Gelder dar. So wäre zum Beispiel für landwirtschaftliche Betrieb denkbar, dass die Finanzierung der Arbeitskräfte zum überwiegenden Teil durch das Grundeinkommen erfolgt und somit zusätzliche Arbeitskräfte finanzierbar werden. Auf diesem Weg können Familienhöfe und kleine Betriebe gefördert werden, die mit ortsansässigen Mitarbeitern eine individuelle, ökologische Landwirtschaft statt eines vereinheitlichten Massenbetriebs

Gründung von neuen Betrieben

Dienstleistung: Schwimmbäder, Taxis, Friseur, Pflege, Journalismus

Auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft gibt es immer mehr personenintensive Jobs

Aber auch in der Landwirtschaft

»Erwerbsarbeit«

Ein Weg der Umsetzung

Da das Grundeinkommen mit fundamentalen Paradigmen bricht, die unser bisheriges Leben bestimmen, muss die Umstellung langsam und schrittweise erfolgen; auch um die Verwaltung langsam daran anzupassen und sie nicht mit einer flächendeckenden Umstellung zu überlasten (wie zum Beispiel bei der Abwrackprämie geschehen). Der gemäßigte Wechsel ermöglicht auch ein leichteres Nachsteuern, denn bei weitem lassen sich nicht alle Konsequenzen vorhersehen und da sich auch die Anforderungen der Welt währenddessen verändern, sollten Verbesserungen ergriffen werden, wenn diese sich zeigen.

Da Renten (nach meinem Kenntnisstand) besonderen Schutz durch das Recht genießen, sollte der Anfang besser mit den jungen Mitgliedern der Gesellschaft geschehen. Mit diesem Schritt ließen sich aktuelle Probleme angreifen, denn die Ausbildungsvergütung deckt zum Beispiel bei einigen Lehrlingen kaum ihre Lebenshaltungskosten. Hier könnte das Grundeinkommen einen echten Ausgleich schaffen: Die Gesellschaft übernimmt die Absicherung der Existenz und die Betriebe kümmern sich um Wissensvermittlung und gesellschaftliche Teilhabe. Die Unternehmen müssen dabei aber auch den Mut haben und die juristischen Rahmenbedingungen bekommen, eine sinnvolle Gesamtarbeitszeit zu fordern. An deren Einhaltung wird der Arbeitsvertrag geknüpft und nur darüber besteht der Anspruch auf das Grundeinkommen.

Ebenso kann eine Universität ihren Studenten das Grundeinkommen auszahlen, sofern sie die Studienordnung erfüllen, und für ein freiwilliges soziales Jahr gibt es die Trägereinrichtung, die die Auszahlung des Grundeinkommens übernehmen kann. Wer gern ein Jahr für sich im Ausland oder daheim auf der Couch verbringen möchte, dem sei auch dieses gegönnt, nur berechtigt dies nicht zum Bezug des Grundeinkommens.

In einem ersten Schritt könnten von 2021 an alle Bürger ab Jahrgang 2001 und jünger mit eine Arbeitsvertrag das Grundeinkommen beziehen. 2024 könnte dann eine Evaluation geschehen und das System auf die Jahrgänge ab 1991 erweitert werden. Wenn dieses dann 2028 erfolgreich ist, könnte das System auf die Jahrgänge ab 1971 ausgeweitet werden und wenn 2032 eine Lösung für die bisherigen Renten gefunden hat, kann es allgemeingültig werden.

Durch die regelmäßige Evaluation soll die Kurskorrektur bis hin zum Abbruch der Umstellung ermöglicht werden. Im ersten Schritt sollten daher die

Die größte Hürde bei der Einführung wird das Vertrauen in andere Menschen sein: »Werden wir den ersten Schritt schaffen und der jungen Generation das Vertrauen aussprechen, dass sie mit den ihnen gegebenen Freiheiten sorgsam umgehen werden?« Dahinter steckt die Frage, ob wir es geschafft haben, unsere Kinder zu rücksichtsvollen und umsichtigen Menschen zu erziehen, oder ob wir versagt und raffgierige Egoisten erschaffen haben, die mit minimalem Einsatz den maximalen Gewinn aus ihren Möglichkeiten schlagen und nicht in der Lage sind, die Vorzüge des sozialen Miteinanders zu erspüren und zu erkennen. An welchem Punkt des Spektrums zwischen diesen beiden Extremen werden wir uns einordnen, wir, die Gesellschaft?

Anpassung der Sozialsysteme

Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung zur Lebensstandssicherung für die Differenz zum Grundeinkommen – Wohlstandssicherung

Ziel

  • Geburtenrate für eine stabile Bevölkerung
  • Gründerrate für eine lebendige Wirtschaft
  • Anerkennung
  • Vielfalt

  • Das was uns im Leben trägt, sind erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen, sind die Zuwendungen, die wir von anderen Menschen bekommen.
  • Erzwingen kostet Energie und Kraft,
  • absichtslose Leidenschaft und Freude, am Herzen liegt
  • Dinge tun, weil sie für sich schön und wertvoll genug sind
  • Das Leben einzuatmen und irgendwann das Glück zu erfahren, ein Teil davon zu sein.
  • von Victor Frankl, dass es der menschlichen Seele guttut, sich selbst zu transzendieren, d. h. zum Gelingen von etwas beizutragen, was über mein Einzel-Ego hinausweist

  • Jing-Jang
  • Zerlegen in immer kleine, reinere Einheiten, um eine perfekte Eindeutigkeit zu erlangen, eine Singularität des Seins, mit dem Wunsch es dadurch in voller Gänze fassen und abstrahieren zu können, um es dem Geiste vollständig zugänglich zu machen
  • Physik ist im kleinsten auf stochastische Prozesse gestoßen
  • Volksmund: Bei Geld hört die Freundschaft auf; wenn man anfängt zu zählen und die Abrechnung zu machen
  • Ambiguität: Vielfalt zulassen und aushalten, die Nichtdeterminiertheit anerkennen und mit genau dieser Unschärfe lernen, das Leben zu gestalten
  • zwei Systeme: Wirtschaft fürs exakte, Gesellschaft für das Nichtzählbare, Nichtbewertbare; persönliche Gefühle sind nicht bewertbar, nicht vergleichbar
  • Wirtschaft als die Kultivierung des Drangs zur Lebendigkeit oder zur Rationalisierung, der Greifbarmachung für den Verstand (ratio) durch die Reduktion auf markante Teile und Abstraktion
  • deshalb tritt man in der Wirtschaft in eine Rolle (Arbeiter, Chef, …) ein, damit man diese auch wieder verlassen kann; das Ausleben dieses Fetischs mit dem Recht auf Rückkehr ins soziale Leben
  • Mensch ohne Muße = Maschine/Roboter
  • Muße ohne Arbeit = schlecht
  • Der Staat wird nicht um Schlaraffenland oder zur verhätschelnden Mama, sondern wir geben eine Aufgabe an die Gemeinschaft ab. Der Staat ist kein ominöses Unternehmen, sondern wir sind der Staat: Wir alle haben einen Teil unserer Aufgaben, Ausbildung der Kinder, Strom/Wasser/Telefon-Versorgung, Sicherheit und Schutz, Produktion von Waren, an die Gemeinschaft übertragen und übernehmen an einigen Stellen Aufgaben für andere Mitglieder der Gesellschaft. Kein Bäcker bäckt all das Brot für sich, Strom, Wasser und Mehl bekommt er von anderen geliefert – das ist das geniale System der Arbeitsteilung und Spezialisierung.

    Große Dinge könnten nicht allein geleistet werden, es muss ein Gemeinschaftsprojekt sein. Fängt an bei Läden, in denen keiner zwölf Stunden arbeiten will und daher mehrere Schichten die Arbeit aufteilen. Geht bin bis zu großen Häfen für internationalen Schiffsverkehr, die kein Mensch allein stämmen/bewältigen kann. Und dennoch bedürfen/brauchen wir ihrer jeden Tag, direkt oder indirekt.

Die Wirtschaft ist teil des Staates, genauso wie zum Beispiel auch Kultur und Sport. Die Wirtschaft ist mit ein Teil dessen, was der Mensch braucht, um sein Leben glücklich zu entfalten. Aber die Wirtschaft steht nicht über allem, sondern ist ein Teil und

Nicht die Gesellschaft hat sich der wirtschaftlichen Denkweise unterzuordnen, sondern die Wirtschaft stellt einen Teil des menschlichen Lebens dar und hat dem menschlichen Leben zu dienen.

Staat als Abbildung des Menschen: Ein Teil das Rationale, kühle, zählen, messen, bewerten = Wirtschaft, Kreativität = Kunst, Kampfgeist = Sport; Wissenschaft = Neugier, Forscher- und Entdeckerdrang? Gibt es einen Bereich für soziales?

  • G14, Schulzeit verlängern
  • Warum nicht mit 30 weniger arbeiten, um dann mit 50 aus den gesammelten Erfahrungen die volle Leistungsfähigkeit schöpfen?
  • Warum sollte ein Handwerker im Winter, wenn er wetterbedingt seiner Tätigkeit nicht nachgehen kann, nicht in die Schule gehen und dort seine handwerklichen Fähigkeiten und Erfahrungen weitergeben?
  • Warum nicht im Frühjahr die Gelegenheit nutzen und in einer Gärtnerei als Hilfsarbeiter die Schönheit der erwachenden Natur erleben?
  • Unser heutiges Arbeitsleben ist von der körperlichen Leistungsfähigkeit geprägt. Von 20 bis 60 wird möglichst viel an Leistungskraft aus dem Körper herausgepresst/wird der Körper intensiv verwertet und danach, wenn die Leistungsfähigkeit nicht mehr gegeben ist, darf der Körper ruhen.

Unsere Beziehung zum Kapitalismus

  • weniger Komperatives
  • absolute, statt relativen Maßstäben

  • Der Verdruss auf den Kapitalismus ist verständlich. Hätte sich unsere Gesellschaft die letzten 150 Jahre so intensiv der Kunst oder der Religion gewidmet, wie wir die Ökonomie zum Mittelpunkt allen Denkens gemacht haben, wir würden heute gegen sie einen Groll hegen. Der Kapitalismus muss deshalb nicht verschwinden, sondern ihm muss der gleiche Stellenwert beigemessen werden, wie auch den anderen Bereichen wie Kunst und Soziales.

  • Kapitalismus ist ein Teil unseres Wesens. In der Ökonomie haben wir … verstärkt und
  • Im Kapitalismus äußert sich die effizienteste Form des Handelns nach rationalen Gesichtspunkten.

Der Mensch hat verschiedene Triebe, die in seinem Handeln unterschiedlich stark zur Ausprägung kommen. Für den Bereich des Handels mit und der Produktion von Gütern hat sich der Kapitalismus als effiziente Form des Handelns nach rationalen Gesichtspunkten herausgebildet.

  • Messen, bewerten, vergleichen (tauschen/Handel)

Das Ziel ist einfach: Am Ende des Tages muss Essen auf dem Tisch stehen – und das mit möglichst wenig Aufwand, denn wer kann schon sicher sagen, dass diese Aufgabe morgen wieder gelingt. Den Menschen treibt an erster Stelle sein Wille zu leben dazu, sich regelmäßig um die Sicherung seiner Existenz zu sorgen. Aber auch wenn dies geschafft ist, schläft der Mensch nicht die restliche Zeit, sondern pflegt Verbindungen zu anderen Menschen, forscht nach neuen Wegen und sucht Inspiration durch sinnliche und geistige Anregung. Der Mensch ist demnach kein simpler Automat, der genau eine Aufgabe kennt und diese optimal erfüllt, sondern ist von der Natur als ein facettenreiches Wesen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten geschaffen.

Diese unterschiedlichen Bedürfnisse stehen in seinem Handeln mal mehr, mal weniger im Vordergrund. So wie der Mensch mit bestimmten Zeiten und Abschnitten seinen Bedüfnissen nachgeht, sind auch in der Gesellschaft Sektoren entstanden, in denen die Bedürfnisse unterschiedlich stark zur Geltung kommen: Wissenschaft für die Neugier und den Forscherdrang, die Kunst für Inspiration, Sport für den Wettkampf und Wirtschaft Rationalität/Kopf

  • Wirtschaft: Existenzsicherung, Rationalität
  • Sport: Wettkampf
  • Kunst/Kultur: Inspiration
  • Wissenschaft: Neugier
  • Soziales:
  • Religion: Widerstand gegen den Tod, Transzendenz und Hoffnung auf Unsterblichkeit

so finden sich auch in der Gesellschaft diese Bedürfnisse in unterschiedlichen Bereichen wieder

Das Leben nicht maximal, sondern intensiv zu nutzen. Qualität vor Quantität

Beispiele für Veränderungen

Theorie ist abstrakt, konkrete Beispiele helfen

Was wäre wenn? Uns als Menschen ist die Fähigkeit gegeben, sich in Gedanken in Situationen zu versetzen, in denen wir uns gerade real nicht befinden. So können wir uns an andere Orte denken, in fremde Rollen schlüpfen oder in der Zeit vor und zurück reisen. Diese Fähigkeit hilft uns oft im Leben, weil wir eben etwas nicht real umsetzen müssen, sondern erst einmal »vorfühlen« können, wie es denn wäre wenn.

Diese Gedanken sind natürlich nicht mit der Realität gleichzusetzen, denn nicht alle Faktoren können wir in unsere Überlegungen einbeziehen und ein vollständiges Wissen über die Umstände haben wir auch nicht – schon gar nicht über das, was in der Zukunft seien wird. Und dennoch lohnen sich diese Gedankenspiele, um exemplarisch die Vor- und Nachteile von Ideen zu ergründen.

Was wäre also wenn: »Wir sicher wüssten, dass wir jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag erhalten, um unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen, und sollten wir die Kündigung erhalten, haben wir das Recht auf einen neuen Arbeitgeber«

Sport

Ein Sportverein könnte seine Trainer oder den Hallenwart anstellen und ihnen mindestens das Grundeinkommen zahlen. Natürlich könnte der Trainer nach Erbringung der Mindestarbeitszeit am Dienstag sagen, er bleibt den Rest der Woche daheim – doch welcher Trainer tut das? Ein guter Trainer zeichnet sich doch gerade durch Ehrgeiz und Leidenschaft aus und wird die Glücksmomente, wenn die Spieler einen Sieg erringen, nicht missen wollen.

Für Athleten, die heute bereits für die Teilnahme an einem Turnier 20.000 Euro erhalten, wird das Grundeinkommen – denn auch sie haben Anspruch darauf – keinen Anreiz bieten. Aber für viele Athleten und Spieler des Breitensport könnte das Grundeinkommen genau die Chance bieten, ihrem Traum nachzugehen. Und wenn mit 35 die Kraft nicht mehr ausreicht, ist die Möglichkeit auf eine andere Form der Teilhabe an der Gesellschaft sicher.

»Was wäre also, wenn ich jeden Tag auf dem Platz stehen könnte?« Damit ließe sich kein Luxusleben mit Champagner und wilden Partys führen, aber ein solides Leben mit den Freuden des Alltags.

Umgekehrt müssen aber auch Sportvereine die Verantwortung zeigen und talentlose Spieler nicht durchfüttern. Das Vereinsziel wird weiterhin der Breitensport bleiben, aber um Fahrten zu Turnieren, neue Geräte und Feiern finanzieren zu können, müssen auch die Einnahmen und dementsprechend die Leistungen vorliegen. Das Grundeinkommen schafft die Grundlage für das Vereinsleben, für alles mehr muss selbst gesorgt werden.

Zeitungen

Wer kennt nicht die unzähligen Klagen freischaffender Journalisten, die von der Unsicherheit geplagt werden, ob sie jeden Monat das Geld für die Miete auf dem Konto haben? Das Grundeinkommen soll genau diese Sorge nehmen. Beiträge müssten nicht mehr des Geldes wegen noch schnell geschrieben werden, sondern sind dann fertig, wenn der Inhalt stimmt. Manch Regionalzeitung könnte dann besser über die regionalen Ereignisse berichten, weil sie die Journalisten bezahlen kann, die Qualität liefern.

Genauso könnten Zeitungsverlage ihre Austräger in den ländlichen Regionen bezahlen, sodass Informationen aus Politik und Wirtschaft für alle Mitglieder der Gesellschaft zugänglich bleiben – das Grundeinkommen würde zu einer Grundversorgen führen. Dennoch muss jeder Verlag zusehen, dass er die monatlichen Druckkosten bezahlen kann und neue Computer müssen auch alle paar Jahre angeschafft werden. Die Zeitungsausgaben müssen ihre Abnehmer haben, die für ihr Geld Qualität sehen wollen. Der Druck zur Wirtschaftlichkeit bleibt bestehen, aber er wird abgemildert und lastet nicht mehr in dem Ausmaß auf den Angestellten.

Es mögen auch viele Micoverlage mit einer Handvoll Autoren entstehen, die nur online publizieren und große deutschlandweite Verlage greifen ihre Artikel auf und tragen sie weiter. Der Kampf um Ruhm und Ehre wird sicher weiterhin geführt, nur müssten keine horrenden Einnahmen mit einzelnen Artikeln erzielt werden, um damit das Überleben im nächsten und übernächsten Monat sichern zu können.

TODO: Mehr Kooperation

Unternehmer

Dem Unternehmertum haftet heute der Glamour und die Last des Risikos an. Viele Menschen wagen nicht den Schritt in die Selbständigkeit, weil die Sorgen um die monatliche Absicherung zu groß sind. Wie viele gute Ideen sind uns schon verloren gegangen, weil sie nie das Licht der Welt erblickten? Wie arm ist der Markt geworden, weil sich keine vielfältige Konkurrenz entwickeln konnte, die ein lebendiges Ringen um Fortschritte und Innovationen befördert?

Ein Grundeinkommen könnte Firmengründungen erleichtern und einen Wandel im Verständnis des Unternehmertums auslösen: Bisher geht ein Unternehmer mit einer Selbständigkeit ein Risiko ein und setzt seine Existenz aufs Spiel. Für dieses Wagnis will er später einen entsprechenden Gewinn, der wiederum die Preise antreibt. Mit einem Grundeinkommen aber wäre seine Existenz gesichert, wodurch eine Selbständigkeit nicht mehr ein solch großes Risiko darstellt.

Mit dem Grundeinkommen würde auch das Marktprinzip gestärkt, da immer wieder neue Teilnehmer am Markt auftreten könnten, die mit der Zeit wachsen und sich mit anderen Unternehmen zusammenschließen, groß und träge werden. Trägheit oder gar Stillstand können wir aber nicht gebrauchen.

Das Mühlrad soll sich drehen, immer wieder neues Wasser hinzu

Hausmeister

Kunst und Kultur

Taxis und ÖPNV

Die letzten hundert Meter sind oft die schwersten – so geht es auch dem ÖPNV. Aber was wäre wenn, sich ein Taxifahrer schon am Monatsanfang sicher seien könnte, dass er das Geld für Miete und Essen am Ende des Monats bekommt. Er könnte die Fahrt zu einem Preis anbieten, der die Kosten der Fahrt deckt, und käme durch die intensive Nutzung unter die Kosten einer Fahrt mit dem privaten Auto. Wer also bisher mit seinem eigenen Auto zur Arbeit fährt, könnte sich für ein Taxi zum Bahnhof entscheiden und von dort mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren.

Umgekehrt kann mancher Besuch bei Freunden in ländlichen Regionen mit Bus, Bahn und Taxis erfolgen, weil die letzten zehn Kilometer vom Bahnhof mit einem Taxi erschwinglich sind und nicht mehr als die gesamte Fahrt mit dem eigenen PKW kosten. Vor allem auf dem Lande machen die letzten »Meter« den ÖPNV unattraktiv und grenzen dadurch all jene aus, die kein Auto fahren können – insbesondere alte Menschen, die so noch eher gezwungen sind, ihr Zuhause zu verlassen, weil die tägliche Versorgung in »unerreichbarer« Ferne liegt.

Mit dem Grundeinkommen könnten sich die Wege in die Gesellschaft verkürzen und somit wieder mehr Menschen von kulturellen und gesellschaftlichen Einrichtungen profitieren, weil diese erreichbar sind.

Kleinstgeschäfte

Wo gibt es heute noch die kleinen Spezialgeschäfte für Haushaltswaren, einen Krawattenladen oder die Kneipe an der Ecke? All diese Geschäfte leiden darunter, dass sie jeden Monat das Gehalt erwirtschaften müssen und dafür ihre Waren zu solch einem hohen Preis anbieten müssen, dass sie wiederum unattraktiv sind. Diese Preisspirale macht auch kleine Lebensmittelläden in Dörfern unattraktiv, weil die Lohnkosten den Preis in solch eine Höhe treiben, dass die Konkurrenz im zwanzig Kilometer entfernten Großmarkt unschlagbar ist – außer für jene, die nicht so leicht dorthin fahren können.

Die Liebe und das Engagement, das die Betreiber dieser Läden mitbringen, können und sollen nicht an der Kasse zur Verhandlung stehen. Es sind Qualitäten, die wir als Gesellschaft grundlegend würdigen müssen und die sich nicht in einer Bilanz fassen lassen. Denn je genauer wir versuchen diese unberechenbaren Größen zu fassen, desto mehr verfehlen wir ihr Wesen. Es sind Eigenschaften, die sich einer Kalkulation entziehen, aber mit einem Grundeinkommen können wir sie anerkennen und würdigen.

Läden sind der Ort des Geschäfts in Reinform und dennoch geschieht dort mehr als ein reiner Waren-Geld-Austausch. Läden sind auch Orte der sozialen Begegnung und des Austauschs von Informationen – ohne dafür zu bezahlen. Gerade diese sozialen Begegnungsstätten müssen gefördert werden, denn sie bilden im Kiez und im Dorf einen Ankerpunkt, der die Gesellschaft verbindet.

Was wäre also wenn, der Lokalbetreiber sich monatlich um die Miete des Geschäfts und den Warenkosten, aber nicht um sein Grundeinkommen sorgen muss? Wären dann vielleicht wieder mehr Wirte bereit, sich täglich hinter die Theke zu stellen, und fänden sich dann offline Online-Händler, die die Waren des Internets auf Wunsch zu sich in den Laden holen, damit man sich vor Ort kaufen kann?

TODO: Vielfalt des Angebots an kleinen Läden

Reparieren

Die Personalkosten sind es auch, die Reparaturen unrentabel und viele Schäden zu wirtschaftlichen Totalschäden werden lassen. Wem heutzutage der Staubsauger kaputt geht, kauft sich lieber einen neuen, denn wenn schon allein ein Techniker sich das Gerät ansieht, entstehen solch hohe Kosten, dass sich ein Neukauf rentiert. Wenn aber ein Techniker als erstes seiner Leidenschaft folgen könnte und ihn nicht die Sorgen um die monatliche Grundversorgung antrieben, könnten viel mehr Geräte repariert werden, die heute im Müll landen. Unsere Müllberge sind zum Teil so groß, weil das Gleichgewicht der Kosten für Reparatur und Produktion zu Gunsten des Ressourcenverbrauchs verzerrt ist.

Wenn wir aber dem Uhrmacher, dem Schneider oder dem Elektroniker wieder die grundsätzliche Wertschätzung entgegen bringen, die ihm als Menschen gebührt, und ihm das alltägliche Leben absichern, können wir als Gesellschaft Lösungen für Probleme finden, die uns heute nicht zugänglich sind. Ein Grundeinkommen würde auf dem Markt die Vielfalt der Angebote – eben Reparatur als Konkurrent zur Produktion – fördern, anstatt zu versuchen, die Produktion mit Regulierungen einzufangen – die doch immer wieder neue Wege um die Regulierungen herum findet.

Mit der Computertechnik wird die Frage nach der Wiederbelebung und Zweitverwertung von Geräten immer dringender, denn oft sind es nur ein paar Tasten- oder Mausklicks, die ein kaputtes wieder in ein brauchbares Gerät verwandeln. Wenn aber das Wissen um diese Tasten- oder Mausklicks hinter einer Kostenbarriere verschlossen liegt, werden wir in Zukunft noch viele nützliche Ressourcen verlieren, weil das Geld uns daran hindert.

Bauern

Whistleblower

Öffentliche Einrichtungen

Bäder, Museen

Und wer je in kleinen, privaten Museen einen Rentner erlebt hat, der eine persönliche Beziehung zum Museum hat – vielleicht weil er zuvor sein (Erwerbs-)Arbeitsplatz oder sein Forschungsgebiet war –, wird die Leidenschaft kennen, mit der selbst Leute außerhalb der kapitalistischen Leistungsgrenzen noch eine Aufgabe mit solcher Hingabe erfüllen. Es bedarf nur der Möglichkeiten.

Der tiefere Sinn von Arbeit und Nicht-Arbeit

In der Zeit der Kindheit lernt ein Mensch vor allem durch Nachahmung und mithilfe von Regeln, die er befolgt oder bricht, um die Welt entlang dieser Pfade zu ergründen. Später ermöglichen diese Grundregeln es ihm, sich allein durch die Welt zu bewegen und selbständig, ohne Führung zu handeln und immer weiter die Welt zu ergründen. In der Kindheit sind die Regeln auch eine Hilfe, das erlebte zu verstehen, einzuordnen und zu begreifen. Später im Leben bedarf es dann zum selbständigen Handeln auch eines selbständigen Verstehens, um aus den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen die eigenen Erkenntnisse zu gewinnen.

Jedoch gleicht der Vorgang des Verstehens nicht dem des Handelns. Während der erste mehr eine körperliche Tätigkeit ist, ist der zweite mehr eine geistige Tätigkeit. Damit aus dem sinnlichen Erlebnis die geistige Erkenntnis erwächst, bedarf es nicht der Arbeit, sondern der Muße – einer Zeit des Nichthandelns, Nachdenkens und Sinnierens über das Erlebte, um daraus die Essenz zu extrahieren, die sich in den Rucksack der Erkenntnisse für den weiteren Weg durchs Leben packen lässt. Die Muße ist eine Zeit des Innehaltens, um die gesammelten Erfahrungen zu ver*inner*lichen.

TODO: Bild: »Erkenntnisprozess: Lernen fürs Leben«

      Arbeit               Muße
     --------             ------
    /        \           /      \
Welt          Erlebnisse,        Erkenntnisse
              Erfahrungen

Arbeit verschafft uns also den notwendigen Rohstoff – die Erlebnisse –, mit dem wir durch die Muße zu Erkenntnissen gelangen, die uns dann helfen auf die Fragen des Lebens eine Antwort zu finden. In unser gegenwärtigen Zeit ist jedoch das Verhältnis von Arbeit und Muße aus der Balance geraten und wir füllen tagein, tagaus den Topf der Erfahrungen bis zum Rand und darüber hinaus ohne ihn wieder sinnvoll (also mit Sinn) zu leeren. Zu unserem Pech hat der Topf ein Loch und Stück für Stück verrinnen unsere Erfahrungen ungenutzt und wir müssen jeden Tag aufs Neue die Arbeit verrichten, weil der Erkenntnisprozess abgebrochen wurde und wir wenig oder nichts behalten haben. Dies führt zu dem Gefühl, dass wir trotz des permanenten Handelns und der ständigen Betriebsamkeit auf der Stelle treten, ohne auf dem Weg des Lebens spürbar voranzukommen.

So sehr die Arbeitsteilung uns in der Entwicklung der Menschheit vorangebracht hat, beim Prozess des Lebens können wir sie nicht nutzen. Denn für die Arbeitsteilung braucht es unterschiedliche Individuen, doch in unserer Haut stecken nur wir allein. Die Lehren des Lebens – unseres Lebens – können wir uns nicht von jemand anderem geben lassen. Sie reifen in uns und jeder Mensch muss für sich allein für sich persönlich die individuelle Antwort auf die Frage finden: »Bin ich glücklich und zu-frieden – habe ich den Frieden mit mir und der Welt gefunden?« Die Antwort kann vielleicht durch Worte eines anderen Menschen angeregt werden, jedoch kann sie nicht von jemand anderem gegeben werden, geschweige denn dass andere für uns denken könnten.

In der Natur geschieht nichts ohne Grund und jedes Ding hat ganzheitlich betrachtet seine Berechtigung und ist vollkommen – und sei es gerade im perfekten Zustand als Vorstufe hin zu etwas Besserem. Darum plagen auch uns Menschen zeitlebens immer wieder und spätestens zum Ende des Lebens hin existenzielle Fragen wie: »Wo stehe ich in der Welt und welche Werte vertrete ich?«, »Weshalb existiere ich und was ist der Sinn des Lebens?«, »Bin ich glücklich?«, »Bin ich bereit zu sterben?«

Wenn ein jeder für sich einen Grund für seine Existenz gefunden hat, wird er damit die Anerkennung seiner selbst nicht mehr von äußeren Bestätigungen abhängig machen oder den Vergleich mit anderen suchen. Er wird aus sich heraus seine Daseinsberechtigung erfahren und somit ein glückliches Leben führen können, weil er den inneren Frieden gefunden hat und den unausweichlichen Tod nicht mehr fürchten braucht. Wir brauchen also die Arbeit für unsere Erfahrungen, den damit verbundenen Kontakt mit anderen Menschen für Inspirationen und im Wechselspiel damit die Muße, um unserem Sinn des Lebens näherzukommen.

Wie nun weiter?

Der nächste Schritt sollte sein, über all das hier Gesagte gründlich nachzudenken und zu überlegen, wie man selbst es mit der Arbeit hält und wie man zur gesellschaftlichen Teilhabe steht. Wem dabei Verbesserungen, Fehler oder Ergänzungen einfallen, kann diese mir gern schreiben. Ich bin an Hinweisen und Kritik jeglicher Art interessiert und nehme sie sehr gern unter arbeit@jo-so.de entgegen. Dann heißt es, darüber reden – Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen und anderen Menschen hiervon erzählen und die Ideen weitertragen. Wer eine Seite im Internet betreibt, kann dort seine Meinung zu dem Thema beitragen.

Um der Politik deutlich zeigen zu können, ob Veränderungen gewünscht sind oder auch nicht, sollten bei openPetition.de zwei Kampagnen gestartet werden: eine, die sich dafür ausspricht, den Wandel anzustoßen, und eine, die dagegen steht und genau diese Veränderung ablehnt – was nicht bedeutet, dass jegliche Veränderung abgelehnt wird, nur eben diese. Mit der Gegenkampagne sollen all jene eine Stimme bekommen, die eben nicht diese Form der Veränderung wünschen. Vielleicht entstehen auch weitere Gegenkampagnen, die ein besseres Modell der Arbeit und Teilhabe an der Gesellschaft vorschlagen. Wichtig ist nur, dass die Ideen auf den Tisch kommen und jeder die Chance hat, sich zu beteiligen. Um ein realistisches Bild von der Interessenlage zu bekommen, sollten die Ziele der Kampagnen auch bei 5 Mio. Stimmen liegen, damit sichergestellt ist, dass auch mindestens 10 % der wahlberechtigten Bevölkerung davon gehört haben.

Damit dies gelingen kann, könnten parallel dazu Sammelaktionen in Form von Crowdsourcing gestartet werden, um Anzeigen in großen Zeitungen oder gar im Fernsehen zu finanzieren. Auf diesem Weg können viel mehr Bundesbürger von den Ideen erfahren und ihre Stimme für eine der Kampagnen abgeben, damit das Abstimmungsergebnis ein klareres Signal an die Politik sendet, wie der Wille der Gesellschaft aussieht.

Denn der nächste Schritt liegt bei der Politik, die sich mit den Ideen auseinandersetzen und ihre Vorstellungen davon in Form von Wahlprogrammen vorlegen muss, damit zur Bundestagswahl 2021 die Wähler die Möglichkeit haben, ihren Wunsch in demokratischer Form zu äußern. Vielleicht ist dies der Moment für bisher unsichtbare oder auch neue Parteien, mit weitsichtigen und mutigen Konzepten die Politik zu bestimmen.

Allerdings sollen wir uns nicht der Illusion hingeben, es sei in fünf Jahren verwirklicht. Der Kern von allem ist ein Wandel in den Köpfen, ein Wandel des Denkens über das Miteinander – und gesellschaftliche Wandel brauchen Jahrzehnte. Aber alles beginnt mit einem ersten Schritt und den haben Sie mit dem Lesen dieses Textes getan. Nun heißt es hinausgehen, davon erzählen und darüber reden. Ich wünsche viel Freude dabei.

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Gedankensammelstelle

Existenzberechtigung

Der Mensch hat seine Existenzberechtigung. Die Kategoriesierung in gut oder schlecht führt schon auf den falschen Pfad: ob ein Leben fromm oder sündig, erfolgreich oder nicht verlaufen ist, da ist schon die Frage nach den Kategorien falsch, denn sie führt hin zu einem vergisst einen Teil: Die Berechtigung rein aus der Existenz heraus »ich darf sein, weil ich bin« Vielfältige Bewerten: 1) messen 2) aus reiner Anerkennung; Teil der Gesellschaft: 2) weil er Mensch ist, weil er teilnimmt 1) weil er leistet; Teil der Welt: 2) jedes Ding darf sein 1) weil es nützlich ist

  • In der Natur/Evolution: Jedes Ding darf sein (Hier und Jetzt), nur die nützlichen Dinge bleiben (Zukunft). – Fähigkeit in die Zukunft zu schauen verleitet zu falschen Maßstäben/Orientierung. Leben im Hier und Jetzt ggü. heute Leben für die (bessere) Zukunft – Zukunft ist ungewiss, Mischung/Balance aus Gegenwarts- und Zukunftsorientierung, Mischungsverhältnis nicht allgemeingültig gegeben und verändert sich auch über das Leben hinweg von mehr Zukunft (Lernen) hin zu mehr Jetzt, weil absehbar ist, dass die Zukunft nicht mehr viel ist, nicht mehr Aufschieben; Entscheidend:
    • es gibt nicht das eine Ziel, sondern mind. zwei
    • die Gewichtung der Ziele ist unbestimmt bzw. muss individuell gefunden werden
    • die Gewichtung verändert sich
    • Fertigkeit zum Aushalten dieser Ungewissheit/Unsicherheit (Klarheit/eine Regel nicht erlangbar) und Umgang mit diesem System (lernen seinen Weg zu finden und zu gehen)

Evolutionsprinzip und Vielfalt

Evolution benötigt Vielfalt, einerseits für Kombination als Ausgang für neue Generation (damit durch Mischung etwas drittes entsteht, müssen sich die Ausgangsteile unterschieden haben) und für die Selektion, denn wenn nur eine Art existiert und diese schlecht angepasst ist – ausselektiert wird –, dann ist danach nichts mehr da. Vereinheitlichung tötet Evolution.

Wenn nur roter Sand vorhanden ist und man mischt roten Sand mit rotem Sand, kommt wieder nur roter Sand heraus. Man tritt auf der Stelle bzw. dreht sich im Kreis. Hat man aber roten und gelben Sand, so kann man ihn zu unterschiedlichen Verhältnissen mischen und bekommt immer wieder neue Farben.

Wenn man nur roten Sand hat und dieser nicht passt, dann geht es nicht weiter. Wenn aber roter, gelber, oranger

Der Mensch hat verschiedene Bedürfnisse – Schutz, Geborgenheit, Hunger, Durst, schlicht: Er will leben.

Anstatt die großen Internetkonzerne zu zerschlagen, sollte man sich besser darum bemühen, die Vielfalt zu stärken und kleine Markteinsteiger unterstützen, die strukturell den großen Konzernen unterlegen sind. Der Staat muss an der Stelle für Chancengleichheit der Marktteilnehmer sorgen, wenn es Veränderungen geben soll. Anderenfalls lähmen die strukturellen Unterschiede die Entwicklung.

Das letzte Hemd hat keine Taschen.

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