Ich denke, dass sich Radio (auch Fernsehen und Zeitungen) vom Gedanken des Produzenten weg und hin zu einem Sammler und Kurator bewegen müssen. Sie präsentieren Beiträge, die sie an verschiedenen Quellen sammeln, wie in einem Museum, aber der Konsument bestimmt seinen eigenen Weg durch die Ausstellung.

Somit kommen die Sender weg vom Gedanken des linearen Ablaufs, denn dieser wird in Zukunft noch weniger gefragt sein. Der Hörer klingt sich in eine oder mehrere Sammlungen ein und ein Computerprogramm beim Hörer erstellt daraus die Playlist (den linearen Ablauf) – aber man kann vorwärts- und zurückspringen, anhalten oder mit höherer Geschwindigkeit abspielen; all das geht nur begrenzt bei einem vorgefertigten Programm/Stream.

Die Aufgabe des Linearisierens und Abspielens kann besser von Programmen als von zentralen Institutionen erfüllt werden; im Gedanken der Internetarchitektur: mehr Dezentralisierung, Intelligenz aus der Mitte zu den Rändern verlagern. Somit wird das Hörerlebnis individueller, interessengerechter und vielfältiger, womit eben auch Spezialangebote besser Abnehmer finden.

Während im 20. Jahrhundert die Medien von asymmetrischen Machtverhältnissen geprägt waren, bei denen den Journalisten die Rolle des Filters und Kontrolleurs der Informationen zukam, ist das Internet ein symmetrisches Medium, bei dem den Endnutzern die Informationen direkt zugänglich sind und er selbst für die Filterung, Bewertung und Einordnung zuständig ist.

Die bisherigen Medienhäuser sollten sich also auftrennen in die Produzenten und Kuratoren. Radioanstalten könnten gegenseitig Beiträge verteilen und fremde Beiträge für ihr eigenes Angebot nutzen bzw. auch an andere Anstalten abgeben.

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