In der New-York-Times gibt es einen lesenswerten Artikel über die Zeit während der Corona-Krise in San Francisco mit der interessanten Frage, wie geht's danach weiter: San Francisco Beat Coronavirus, but It's Breaking My Heart. (Empfehlung am Rande: Bei der Übersetzung hilft sehr gut Deepl. Ich kannte nämlich auch nicht alle Wörter.)

In San Francisco leben zwar anteilig die meisten Milliardäre, aber dennoch gibt es soziale Probleme wie Obdachlosigkeit. Die hat auch vor Corona schon zu Spannungen zum Beispiel am Wohnungsmarkt geführt, aber trotz Hilfemaßnahmen und einem verstärkten Zusammenrücken während der Krise kann das Pendel nach der Krise in die andere Richtung ausschlagen und der Kampf zwischen den Armen und Ärmsten wird noch härter.

Während in der Krise Obdachlose von den Straßen geholt werden und ihnen in Hotels ein Dach über dem Kopf geboten wird, werden viele Arbeiter, die in der Krise ihre Anstellung verloren haben, danach nach Unterstützung für sie fragen. Denn mit den Maßnahmen für Unkündbarkeit bei Mietrückständen wurde das Problem nur in die Zukunft verschoben. Es wird der Tag kommen, an dem die Miete nachgezahlt werden muss und ohne Anstellung ist dafür auch dann kein Geld vorhanden.

Aber selbst während der Krise ist es der Stadtverwaltung schon nicht möglich, für alle Obdachlosen eine Unterkunft zu bieten, weil das Geld fehlt – und das bei fast 100 Milliardären in der Stadt. Der Chef von Twitter Jack Dorsey hat wohl eine Millarde US-Dollar für die Corona-Bekämpfung zugesagt.

In Summe ein sehr interessanter Artikel, der ein Bild von San Francisco aufzeigt, das mit genau den gleichen Problemen wie überall kämpft: faire Steuerlast und -verteilung, Chancengleichheit, Gentrifikation, öffentliche Infrastruktur.