Bei Zeit-Online stört mich massiv, deren Intransparenz bei den Artikeln. Die Artikel im Web sind immer noch wie für die Zeitung geschrieben und wenn bei Zeit-Online Verweise gegeben werden, dann meist nur auf eigene Artikel oder auf ihr Stichwortverzeichnis. Weiterführende Informationsquellen werden sehr selten geboten.

Dem entgegen enthalten Artikel bei LWN, Heise, Golem oder der New York Times Verweise zu anderen Informationsquellen und auch bei Xing habe ich heute einen Beitrag gelesen, der als positives Gegenbeispiel zu Zeit-Online dienen kann, denn durch die Verlinkung der Webseiten wird Transparenz geschaffen. Hier die Verweiskette:

Die Verweise sind auf den Seiten teilweise in den Text eingebettet, aber das passt auch gut zum Lesefluss, dass man mindmap-artig an interessanten Stellen abbiegen kann.

Jedenfalls hat sich für mich diese Verknüpfung in diesem Beispiel als sehr positiv erwiesen, denn bei Xing und WiWo heißt es »89 Dollar beträgt der Durchschnittswert […] und niedriger für Einzelhändler (89 Dollar).« Diese Zahlen habe ich dann im Artikel bei The Drum gefunden und dort ist der Preis für Einzelhändler tatsächlich niedriger als der Durchschnitt. So konnte ich einerseits den Fehler klären und andererseits musste ich auch feststellen, dass diese Zahlen mindestens aus dem Jahre 2012 sind, wenn nicht noch älter. Implizit hatte ich etwas anderes bei den aktuellen Artikeln erwartet, aber hier zeigt Transparenz ihren klaren Vorteil.

Quellennachweis oder Lesestoff

Verweise unterscheiden sich in ihrer Intention: ist es ein Verweis zu detaillierteren Informationen, zu tatsächlichen Quellen um mehr zu erfahren, oder nur ein Verweis für die Werbung bzw. nutze ich manchmal Links zur Begriffsklärung im ontologischen Sinne wie im Semantic Web. Aber letztere sind nur Hilfen Auflösung von Mehrdeutigkeiten oder Unklarheiten. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Mehrwert und Reputation.

Quellennachweise bzw. -verweise gibt es ja genauso in der akademischen Literatur. Nur sind sie dort auch zum Teil zu einer Währung für Reputation verkommen. Es wird fleißig zitiert, egal ob der Inhalt lesenswert ist und mehr Informationen liefert, Hauptsache man hat Links – ähnlich wie SEO im Internet. Aber genau das sind nicht die Links, die ich als positiv betrachte. Diese Verweise dienen nur dazu, die eigene oder eine andere Seite zu bewerben. Nützlich sind eher die Links in einem Text, die auch mehr Informationen liefern. Um im Bild der Mindmap zu bleiben: die auch wirklich der Zugang zu einer neuen Blase sind und nicht ein Rückwärtsverweis auf die eigene Blase.

Unterrichtsstunde

Diese Auswertung wäre auch ein schönes Beispiel für eine Unterrichtsstunde. Vielleicht unter dem Aspekt »Warum wir in die Schule gehen sollten/mit anderen Menschen reden sollten«. Hier kann man sehr gut Kompetenzen schulen und Wissen weitergeben:

  • Übersetzung fürs Englische, Deepl statt Google
  • Währungswert: Dollar < Euro < Pfund
  • Strukturellen Unterschiede in der Schreibweise des WiWo- und des Webfx-Beitrags: Frage am Ende eines Abschnitts
  • Datensammelung passiert überall: Payback-Karten; Problem eindeutiger Identifikator
  • Man könnte drei Tafeln führen:
    • Metatafel mit der Frage »Warum Schule«, Reflexion über die Stunde
    • Sachtafel mit Informationen über Datenhandel und Datensammlung
    • Arbeitstafel für konkrete Notizen