Ich habe dieser Tage von jemandem einen externen Akku fürs Handy als Dankeschön bekommen und mich dann doch mehr darüber geärgert. Ich erkenne in dem Geschenk den Willen und der ist dabei ja das wichtigste. Jedoch die Gabe finde ich etwas ärgerlich. Zum einen ist ein Akku für einen Technikfan wie Eulen nach Athen tragen – für mich ist es der dritte Akku und ich habe nicht wirklich Bedarf. Ich werde ihn zwar auch weiterverschenken, aber mich wurmt an der Situation, dieses Schenken ohne Bedarf. Wir leben in einer solchen Welt von Überfluss und jeder hat eigentlich schon alles. Dieses ganze kommerzielle System trägt sich nur dadurch, dass ständig Dinge gekauft werden, für die es nur einen kurzzeitigen oder gar keinen Bedarf gibt. Dazu gehört auch diese Form des Schenkens, die einfach nicht nachhaltig ist – lieber einmal nichts schenken, als Ressourcenverschwendung verschenken.

Aber dies ist leider auch sehr verbreitet. Man bekommt in den Geschäften immer irgendwelche kleinen Give-aways (Anstecker, Kulis u. s. w.), die man nicht verlangt hat. Es ist schwer, sich gegen dieses unnötige Plus, diesen unverlangten und unnötigen Aufschlag zu wehren. Wir leben in einer Zeit des maßlosen Überfluss' und der Verschwendung.

Wenn also der Zwang zu Schenken unüberwindbar ist, dann wäre ein regionales Geschenk oder ein Geschenk aus einer anderen „Welt“ schöner. Mit einem Buch, einem Tee oder einer Flasche Glühwein (von Crossener 😉) würde vom Geld am Ende mehr in Deutschland hängen bleiben als bei einem Elektronikprodukt aus Asien. Und mit einem kleinen Buch zum Beispiel kann man einem Menschen immer den Blick in eine andere als dessen übliche Welt eröffnen. Gute Geschenke finden, ist schwer und daher halte ich es für besser, nichts als irgendwas zu schenken. Ganzheitlich betrachtet, ist Nichts oft mehr als die Auswirkungen durch Geschenke, die den kommerziellen Ressourcenverbrauch anheizen.